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Swiss IT Award 2005:
E-Voting, Servicemanagement, Instant Customer Response und Multi Channel Services
Thalwil, 1. September 2005 Gestern Abend wurden in Zürich die vier Gewinner des Swiss IT Award 2005 bekanntgegeben. Mit dem Award honorieren SwissICT und InfoWeek Schweizer Informatikleistungen, die als innovative Grundlage neue Geschäftsmodelle und effektivere Abläufe ermöglichen. Der Preis wird in insgesamt vier Kategorien verliehen: Ausgezeichnet werden überzeugende Projekte, innovative Services und herausragende Software aus heimischer Produktion, die als Fundament neue Geschäftsmodelle und effektivere Abläufe ermöglichen. Dazu verleihen die Leser von InfoWeek.ch per Online-Abstimmung den Publikumspreis.
Innovation – Motor von IT und Business
Die Veranstaltung wurde von Dr. Thomas Flatt, Präsident von SwissICT, eingeleitet, der die Bedeutung und Wichtigkeit einer eigenständigen Schweizer ICT-Industrie unterstrich. Die grundlegenden Pfeiler auf denen die Schweizer ICT-Industrie wachsen kann, heissen Ausbildung, Konzentration auf die eigenen Stärken und Innovationen, so Flatt.
Die Bedeutung von Innovationen in der IT stand auch im Zentrum des Referats von Peter Sany, dem neuen CIO der Deutschen Telekom. Dass Sany nicht nur aus dem Elfenbeinturm predigt, hatte er durch seine Tätigkeit als CIO von Novartis bewiesen, wo er ein wegweisendes Grid-Projekt initiierte. Er wurde dafür 2003 von der deutschen "Computerwoche" zum "CIO des Jahres" gekürt. Das Entscheidende am Grid-Projekt: Pioniergeist und Innovation waren nicht einfach nur experimenteller Selbstzweck sondern brachten Novartis einen Wettbewerbsvorteil. Schon drei Monate nach der Einführung wurde mit Hilfe des virtuellen Supercomputers ein erstes Medikament entdeckt.
Rege Teilnahme
Der Swiss IT Award konnte sich auch in seiner zweiten Auflage einer regen Teilnahme erfreuen. Insgesamt waren auch dieses Jahr wieder fast 100 Bewerbungen eingegangen. Aus diesen hatte die Fachjury in einem ersten Auswahlschritt anhand der eingereichten Unterlagen je 5 Kandidaten pro Kategorie bestimmt. Diese Kandidaten wurden danach einer detaillierteren Prüfung unterzogen. Als zentrale Kriterien wurden dabei die Innovation, das Marktpotential, der Kundennutzen, die Effizienz, die Komplexität und die Benutzerfreundlichkeit bewertet. Nach teils intensiven Diskussionen einigten sich die Juroren schliesslich in allen drei Kategorien auf einen Sieger. Der Publikumspreis wurde durch die Leser von InfoWeek in einer Online-Abstimmung vergeben. Zur Auswahl standen dabei alle 15 Kandidaten aus den drei Kategorien.
Swiss IT Award 2005, Kategorie Software
52 Eingaben standen in diesem Jahr zur Wahl (gegenüber 59 im letzten Jahr). Insgesamt war die Qualität der Produkte wesentlich höher als bei der ersten Award-Durchführung im 2004: Unter den Bewerbern fanden sich kaum Heim- und Hobby-Programme, sondern ausschliesslich solide Geschäftsapplikationen zur Effizienzsteigerung organisationsübergreifender Prozesse durch den sinnvollen IT-Einsatz. ERP-Lösungen sowie ERP-Ergänzungen und die elektronische Rechnung sind mit entsprechender Anzahl Eingaben als aktuelle Themen aufgefallen. Weitere Trends, die die diesjährigen Kandidaten ans Licht brachten: Die meisten Lösungen nutzen das Internet, sind organisationsübergreifend und dienen der Effizienzsteigerung. Eine wichtige Bedeutung kommt den Open-Source-Lösungen zu, die definitiv den Spielplatz verlassen: Nicht nur dem Anwender bringen sie Kostenreduktion sondern auch dem Anbieter durch die Skalierung der Entwicklungskapazität.
Die fünf Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:
E2E Bridge (E2E Technologies)
E-Voting System des Kantons Zürich (Kanton Zürich, Unisys)
Finnova (Finnova)
Nohandcom (Assistivetechnology)
OpenCRX (Crixp)
Der Sieger:
E-Voting System des Kanton Zürichs, Kanton Zürich und Unisys (Schweiz) AG
Bild: Dr. Marcel Siegenthaler (hinten) mit den Vertretern des Kantons Zürich und von Unisys.
Die Begründung der Jury:
Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Kanton Zürich werden ihre politischen Rechte schon in der nächsten Abstimmung wahlweise auch auf elektronischer Basis ausüben können. Das E-Voting-System des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit Unisys wurde von der Jury zum Sieger in der Kategorie Software gekürt.
Die herausragenden Punkte, die zum Sieg führten, waren:
- das Sicherheitskonzept, welches sehr hohen Ansprüchen gerecht werden muss,
- die Benutzerfreundlichkeit, die das System sowohl über Internet als auch Handy (SMS) gewährleistet,
- die hohen Anforderung zur Harmonisierung der Stimmregister aus den 171 Zürcher Gemeinden ohne deren Autonomie in Frage zu stellen,
- die Ausbaufähigkeit sowohl in geografischer Hinsicht als auch bezüglich der Kommunikationskanäle,
- integriertes System, d.h. es geht nicht nur um die Stimmerfassung sondern auch um die Auswertung mit der bereits etablierten Software.
Swiss IT Award 2005, Kategorie Service
Der Jahrgang 2005 der eingereichten Services stellt ein recht heterogenes Bild dar. Die über 20 zugelassenen Lösungen unterstützen und bedienen sehr unterschiedliche Ziele mit differenten Ansätzen. Rund die Hälfte der Lösungen zeigt eine klare Fokussierung auf die Vereinfachung und Optimierung von Ablaufprozessen und damit auf die Einsparung an Zeit sowie der damit verbundenen Kostenreduktion. Dieses Business-Alignement liegt im Trend der Zeit. Mittels den IT-Services sollen die Kernprozesse einer Unternehmung ausgereizt und als entscheidende Stärke im Wettbewerb positioniert werden. Die andere Hälfte der eingereichten Lösungen lebt immernoch primär von einer guten und kreativen Grundidee, welche meist einer ganz speziellen Zielgruppe das Leben erleichtern soll. Hier ist das Wort Service auch nicht als Optimierungstool für übergeordnete Prozesse zu verstehen. Vielmehr kann man von eigentlichen Software-Produkten sprechen, welche eine umfassende Dienstleistung abdecken. 2005 zeigt damit keinen Paradigmenwechsel bei den Services. Es ist vielmehr eine deutliche Verschiebung der Akzente hin zur Wert bildenden Lösung.
Die fünf Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:
ArgYou.com (Genossenschaft IFAA)
Cleanmail (Apexis)
DataEXsafe (BMTC)
English for Life (English for Life)
IT Service Management Zertifizierung nach BS 15000 (Glenfis)
Der Sieger:
IT Service Management Zertifizierung nach BS 15000, Glenfis AG
Bild: Reto Schmid (links) mit den Herren der Firma Glenfis
Die Begründung der Jury:
IT Servicemanagement ist in den letzten Monaten zum Breitenthema geworden, das nicht mehr nur Grosskonzerne sondern auch immer mehr mittlere Unternehmen beschäftigt. Dabei hat sich ITIL (IT Infrastructure Library) als Quasi-Standard etabliert. Der Regulationsdruck lässt bei vielen IT-Leitern ein Bedürfnis entstehen, ihr Servicemanagement zertifizieren zu lassen. Mit BS 15000 (ISO 20000) steht jetzt eine Spezifikation zur Verfügung, die dies ermöglicht. Glenfis bietet als eines der ersten Schweizer Beratungsunternehmen eine solche Zertifizierung an. Bei der Bedürfnisabklärung und der Zertifizierung helfen verschiedene auditierte Werkzeuge. Die Zertifizierung selber wird durch den akkreditierten Partner KPMG durchgeführt. Die Jury hat diese Entscheidung erst nach einer längeren Diskussion gefällt. Dies liegt sicher daran, dass in der Konkurrenz Angebote vertreten sind, welche leichter fassbar und nachvollziehbar sind. Wer jedoch Augen und Ohren im Markt hat, weiss, dass mit dem Thema ITIL und BS 15000 ein Zertifizierungsangebot auf uns zukommt, dass gerade für die exportorientierte Industrie der Schweiz sehr wichtig werden wird. Der Service der Glenfis AG adressiert präzise und umfassend eine Dienstleistung, welche heute ein Bedürfnis ist und morgen ein Muss sein wird. Die Tatsache, dass die Glenfis AG selber als erstes Schweizer Unternehmen nach BS 15000 zertifiziert wurde, macht aus ihr nicht nur einen Early Adopter sondern stützt die Glaubwürdigkeit im Markt. Die Werkzeuge und Methoden stellen ein gutes Arsenal dar, mit dessen Hilfe die Zertifizierung effizient und in kurzer Zeit erreicht werden kann. Es sind dies ein Gap-Assessment- und ein Process-Maturity-Assessment-Tool sowie eine Organisational Culture Inventory & ITSM-Tool-Evaluation. Besonders wichtig sind der Jury auch der Aufbau und die Vermarktung von hochwertigem, intellektuellem Kapital aus dem Standort Schweiz.
Swiss IT Award 2005, Kategorie Projekt
Vor allem die Projekteingaben sind insgesamt betrachtet in diesem Jahr qualitativ besser ausgefallen als bei der erstmaligen Durchführung. Sie zeigen die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen ICT zum Nutzen von Unternehmen und Gesellschaft eingesetzt werden kann. Unterschiede zeigen sich dabei nicht nur im Einsatzgebiet der ICT, sondern auch in der Projektdauer und den eingesetzten Methoden. Die Projekte zeigen, dass mit ICT nicht nur Kosten eingespart werden können, sondern ein direkter Nutzen und Aufbau von einmaligen Wettbewerbsvorteilen möglich sind. Erfolgreiche Projekte kombinieren meist Innovation im ICT-Einsatz und Innovation im Anwendungsgebiet. Im Unterschied zum letzten Jahr ist auch die Bedeutung eines guten Requirement Managements gestiegen. Damit wird frühzeitig sichergestellt, dass die anvisierten Projektziele verstanden und erreichbar sind.
Die fünf Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge:
Abacus-Migration bei UBS (Hal Knowledge Solutions, UBS)
Akustik Projektierungs-Tool (Crow Ten Information Engineering, SBB)
Have-EPR (Fachhochschule Solothurn, Schweiz. Paraplegikerzentrum, Uniresearch)
Instant Customer Response (Ciba Speciality Chemicals, Synlogic)
Multi Channel Services (SBB Personenverkehr)
Der Sieger:
Instant Customer Response (ICR), Ciba Speciality Chemicals und Synlogic AG
Bild: Dr. Christian Schucan mit Dr. Ernst Lebsanft, CEO Synlogic
Die Begründung der Jury:
Das Verfahren zur Bestimmung und Machbarkeit kundenindividueller Änderungen der physikalischen Eigenschaften von Kunststoffen erforderte nach konventionellen Methoden sehr viel Zeit und fachspezifisches Know-how aus den Gebieten Chemie und Verfahrenstechnik. Mit Instant Customer Response wurde eine Lösung geschaffen, die im Grossteil der Fälle eine Antwort auf Kundenanfragen automatisiert schon innert weniger Sekunden ermöglicht. Damit erhält CibaSC gegenüber der immer noch konventionell agierenden, weltweiten Konkurrenz einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Ein innovativer Einsatz im industriellen Bereich mit Vorbildcharakter. ICR zeigt,
- dass IT nicht nur bei der Rationalisierung dient, sondern auch Wettbewerbsvorteile generieren kann,
- die Bedeutung eines durchdachten Technologie-Mix (Workflow, Expertensystem), wenn er problemfokussiert eingesetzt wird,
- einen agileen Ansatz, um Anforderungen zu identifizieren.
Für die Jury speziell wichtig war die Übertragbarkeit auf andere Unternehmen.
Swiss IT Award 2005, Publikumspreis
Der Publikumspreis wurde durch die Leser von InfoWeek in einer Online-Abstimmung vergeben. Zur Auswahl standen alle 15 Kandidaten aus den drei Kategorien.
Der Sieger:
Multi Channel Services, SBB Personenverkehr
Bild: Serge Mouttet übergibt den Publikumspreis den Vertretern der SBB
Mit Multi Channel Services wurde eine Plattform geschaffen, die sämtliche Distributionsprozesse für Bahnbillette auf einer Plattform vereint. Die Serviceorientierte Architektur (SOA) erlaubt die einfache Einbindung zusätzlicher Vertriebskanäle in Form neuer Services. Heute bietet die Plattform im B2C-Bereich über sbb.ch die Online-Bestellung und den Online-Druck von Bahntickets und über sbb.ch/businesstravel Dienstleistungen für den B2B-Bereich. Daneben greifen aber auch die SBB-Ticketautomaten, die Call-Center-Agenten, das Schalterpersonal, Partnerbahnen sowie das Zugspersonal via ihre Kontrollgeräte über einen jeweils individuellen Zugang auf das System und seinen Datenstamm zu. Dafür mussten unter anderem SAP-, Zahlungs-, Verbindungs-, Verkaufs- und Abrechnungssysteme sowie eine Userverwaltung integriert werden. Durch die Aufteilung der Subprojekte in Service-Einheiten und Applikationsteilprojekte konnte gleichzeitig mit der Konsolidierung auf eine Plattform die Komplexität reduziert werden. Das Projekt umfasst sehr viele interne Stakeholder der SBB.
Die Fachjury
Serge Mouttet, CIO Orell Füssli Holding
Reto Schmid, Client Director Gartner Switzerland
Dr. Christian Schucan, SwissICT und CEO IM Strategies
Dr. Marcel Siegenthaler, TopSoft und ZPA
Dr. Daniel Meierhans, Chefredaktor InfoWeek
Der Swiss IT Award
Der Swiss IT Award wird vom Schweizer IT-Magazin InfoWeek und von SwissICT, dem Verband der Informations- und Kommunikationstechnologie, veranstaltet. Er zeichnet herausragende Schweizer ICT-Leistungen aus. Der Award wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.
Weitere Informationen:
Compress Information Group
Daniel Meierhans, InfoWeek
Seestrasse 99
8800 Thalwil
Tel: 01 722 77 00, Fax: 01 722 77 01
dmeierhans@compress.ch
Bildmaterial:
Logo Swiss IT Award 2005
Software-Award: Dr. Marcel Siegenthaler (hinten) mit den Vertretern des Kantons Zürich und von Unisys.
Reto Schmid (links) mit den Herren der Firma Glenfis und dem Service-Award.
Dr. Christian Schucan mit Dr. Ernst Lebsanft, CEO Synlogic, Gewinner des Projekt-Awards.
Serge Mouttet übergibt den Publikumspreis den Vertretern der SBB.
Dr. Thomas Flatt, Präsident SwissICT.
Peter Sany, CIO der Deutschen Telekom.
InfoWeek:
InfoWeek ist mit einer beglaubigten Auflage von 7563 Exemplaren der meistverkaufte Schweizer IT-Businesstitel. Das Magazin bietet IT-Profis und Entscheidern in Anwenderunternehmen 14-täglich fundierte Hintergrundberichte, News, Tests und Analysen, immer im Schweizer Zusammenhang. Für die Qualität der Inhalte bürgen eine siebenköpfige Redaktion sowie zahlreiche anerkannte Fachleute als freie Mitarbeiter. InfoWeek ist eine Publikation der Compress Information Group, die auch die führende Schweizer Branchenpublikation IT Reseller verlegt.
SwissICT:
SwissICT ist einer der führenden Verbände der Informations- und Kommunikationstechnologie der Schweiz. Den rund 630 Firmenmitgliedern und 1600 Einzelmitgliedern erbringt SwissICT in Form von attraktiven Dienstleistungen einen klar definierten Gegenwert für ihr finanzielles und personelles Engagement. SwissICT vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Behörden, Politik und Öffentlichkeit. Dabei strebt SwissICT im Interesse seiner Mitglieder eine aktive Rolle an, die sich durch eine starke Präsenz in den Medien und die Einflussnahme in der Politik und Wirtschaft auszeichnet.
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